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Arbeitsprozesse

September 2016. Im Februar habe ich über Arbeitswerkzeuge des Lektors berichtet. Hierzu bereite ich Beiträge vor, die auf die Überarbeitungsfunktionen sowohl bei Word als auch im PDF näher eingehen. Um diese Funktionen besser verstehen zu können, soll zunächst der Kontext umrissen werden, innerhalb dessen sie eingesetzt werden. Im Idealfall erhält der Lektor einen zu bearbeitenden Text seines Arbeitsbereichs mit Vorgaben des Auftraggebers, z. B. ein Wording oder Formatierungsvorgaben in einem Styleguide. Der Lektor stellt die Qualität des Textes anhand von Stichworten fest und macht ggf. das Angebot, unverständliche Stellen um- oder neu zu schreiben; dies kann auch zusätzliche Recherchen beinhalten. Danach folgt die Einigung auf das Timing und die Leistungsvergütung. Die eigentliche Arbeit kann beginnen: Prüfung Wort für Wort, Satz für Satz, Kontext, Rechtschreibung. Meist werden eindeutige Fehler kommentarlos beseitigt oder markiert, Stilverbesserungen, Empfehlungen und Verständnisfragen als Kommentar eingefügt. Im Septemberbeitrag werde ich über die Überarbeitungsmöglichkeiten ausführlicher schreiben.

Lektorat Oliver Krull

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Sommer 2016!

August 2016. Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern, Kunden und Kundinnen sonnige Sommertage!

Mein Büro ist in der letzten Augustwoche vertretungsweise besetzt. Meinen nächsten Fachbeitrag können Sie wieder im September lesen.

Lektorat Oliver Krull

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Fugen-s (Teil II)

Juli 2016. Es gibt einige Indikatoren, bei denen man von der Verwendung des Fugen-s ausgehen kann. Zum einen sind es bestimmte Wörter, die sich am besten mit einem Fugen-s erweitern lassen, zum Beispiel Bahnhof (à Bahnhofsbuchhandlung, Bahnhofsmission etc.), dagegen: Bahnsteig (à Bahnsteigkante). Zum anderen verlangen in der Regel Nachsilben bei Wortneubildungen das Fugen-s, das sind ‑heit, ‑keit, ‑schaft, ‑tum, ‑ling, ‑ion u. a.: Einheitsbestreben, Nachhaltigkeitsfaktor, Wirtschaftsunternehmen, Eigentumsverhältnisse, Erstlingswerk, Kooperationspartner. Oder Infinitive werden als Erstglieder genutzt: lesenswert, Waschenszeit, Lebenserfahrung usw. Im nächsten Monat werde ich typische Wortgruppen besprechen, die in der Regel ohne Fugen-s stehen.

Lektorat Oliver Krull

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Fugen-s (Teil I)

Juni 2016. Schwierigkeiten beim Erlernen der deutschen Sprache bereitet unter anderem die Deklination, die Veränderung von Substantiven infolge verschiedener Fälle, zum Beispiel der Schaden im Nominativ, des Schadens im Genitiv, die Schäden im Nominativ Plural. Verwirrend ist obendrein, dass sich in Texten sowohl Schadenersatz als auch Schadensersatz findet. Ist eines falsch? – Nein, beide Formen haben ihre Berechtigungen. Dies erklärt sich so: Für die Bildung von Komposita bestehen eine Reihe von Bildungsregeln, die ich in den Folgemonaten nach und nach besprechen werde. Abgesehen von diesen Regeln haben sich zudem Konventionen ausgebildet. In unserem Beispiel heißt es nach der Bildungsregel, dass substantivierte Infinitive (hier: das Schaden) als Erstglied ein Fugen-s erhalten, also Schadensersatz, wie auch Schlafenszeit. In deutschen Gesetzen steht sowohl Schadenersatz als auch Schadensersatz; in anderen Fällen haben Behörden das Fugen-s getilgt wie in Komposita mit -steuer: Einkommensteuer, Vermögensteuer etc. Auch hier sind die Formen mit Fugen-s möglich und üblich; mit oder ohne Fugen-s sollte innerhalb eines Textes / einer Publikation jedoch einheitlich verwendet werden.

Lektorat Oliver Krull