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Anschlüsse mit „als“, zweite Fortsetzung

Februar 2017. In der Duden-Grammatik, Ausgabe 1973, steht zum Thema „Freie und konstitutive Attribute“ folgender Beispielsatz: „Ich schätze den Einfluss dieses Mannes als politischer Berater Nixons.“ Analyse dieses Satzes und Namenswahl sind zeittypisch. Da hier das Objekt als Bezugssubstantiv auf den als-Anschluss einwirke, sei die Angleichung „wohl nie der Regel gemäß“. In der Ausgabe von 2006 und mit dem Namen des zehn Jahre später populärsten Mann Amerikas ist die Angleichung „noch üblich“, sobald der Anschluss mit Artikel steht, z. B.: Die Presse hinterfragt den Einfluss dieses Mannes als des ersten politischen Beraters Donald Trumps.

Lektorat Oliver Krull

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Anschlüsse mit „als“, Fortsetzung

Januar 2017. Die Kasusangleichung bei Anschlüssen mit „als“ oder „wie“ ist vor allem dann erforderlich, wenn ein flektiertes Wort, Artikel oder Adjektiv, vorausgeht. „Ihm als Assistent konnte diese schwierige Aufgabe nicht abverlangt werden.“ „Ihm“ weist eindeutig auf den Dativ hin; „als Assistent“ steht jedoch im Nominativ. Möglich ist diese Abweichung, weil dem Bezugswort „Assistent“ kein flektiertes Wort vorausgeht. Anders sähe es aus, wenn dem Bezugswort zum Beispiel das Adjektiv „neu“ vorangestellt wird: Ihm als neuem Assistenten konnte diese schwierige Aufgabe nicht abverlangt werden. Die Abweichung beim Bezugswort ohne flektiertes Wort ist möglich, aber nicht Pflicht, und in vielen Fällen ist die Kasusangleichung die elegantere Lösung: Ihm als Assistenten konnte … Weitere Besonderheiten zu diesem Tema bringe ich im Februar.

Lektorat Oliver Krull

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Anschlüsse mit „als“

Dezember 2016. In der Rezeption eines medizinischen Magazins stand folgender Satz: „Wie stärkt man den Ruf niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten als diejenige, die die medizinische Versorgung in ganz Deutschland sicherstellen?“ Das Unbehagen an diesem Satz wird durch „diejenige“ hervorgerufen, weil es sich zwar inhaltlich auf die niedergelassenen Ärzte und Psychotherapeuten bezieht, aber Kasus und Numerus nicht deckungsgleich sind. Bei „niedergelassener Ärzte und Psychotherapeuten“ liegt ein Genitiv Plural vor (der Ruf wessen wird gestärkt?), „diejenige“ ist Nominativ oder Akkusativ Singular. Die Anschlusswörter „als“ und „wie“ erfordern in den meisten Fällen eine Kasus- und Numerusangleichung. Statt „diejenige“ muss es also „derjenigen“ heißen. Über weitere Beispiele und die Fälle, in denen die Kasusangleichung nicht notwendig ist, berichte ich in den Folgemonaten.

Lektorat Oliver Krull

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Überarbeitungsmöglichkeiten im PDF

November 2016. Im Oktober habe ich über die Möglichkeiten gesprochen, Texte in Word zu ändern. Alles, was in Word nicht geändert wird und nur zur Debatte steht, wird kommentiert. Ähnlich sieht es im PDF aus: Schon in der Version „Reader“ können Sätze, Wörter, Zeichen markiert und mit Notiz versehen werden. Dies ist oft das Hauptarbeitstool, dem Autor, der Autorin verständlich zu machen, was geändert werden muss oder sollte. Die Vollversion bietet weitergehende Funktionen, auf Unstimmigkeiten aufmerksam zu machen, z. B. über Textfelder, Bilder und Grafiken. Außerdem gibt es ein Texterkennungstool, wenn Text nur als Bild vorliegt und als solches nicht bearbeitet werden kann. Geht das Lektorat so weit, dass nachhaltig in den Text eingegriffen werden soll, bietet das Werkzeug „PDF bearbeiten“ gar die Option, den Text direkt zu verbessern oder zu ersetzen, sodass der Autor, die Autorin ein druckreifes Dokument erhält.

Lektorat Oliver Krull

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Überarbeitungsmöglichkeiten in Word

Oktober 2016. Word ist eines der Grundprogramme, das dazu geeignet ist, mehrere Personen an einem Text arbeiten zu lassen, ob als Autor(inn)en oder Redakteur(inn)en untereinander oder zum Beispiel in Zusammenarbeit mit einer Lektorin / einem Lektor. Hauptvorteil liegt darin, dass verschiedene Bearbeiter des Textes erkennbar sind, d. h., jedem neuen Bearbeiter kann eine andere Farbe zugewiesen werden. Dies lässt sich natürlich auch über den Word-Bereich „Schriftart“ erreichen. Doch effektiver ist der Modus „Änderungen nachverfolgen: ein“. Er hat den großen Vorteil, dass der Schlussredakteur vorgenommene Änderungen entweder annehmen oder ablehnen kann, ohne mühsam im Text einzelne Zeichen, Wörter oder Sätze markieren und löschen oder die Einfärbung rückgängig machen zu müssen. Außerdem können der Überarbeitungsbereich als Spalte angezeigt und somit auch statistische Angaben zur Fehlerhäufigkeit etc. ersichtlich werden.

Lektorat Oliver Krull

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Arbeitsprozesse

September 2016. Im Februar habe ich über Arbeitswerkzeuge des Lektors berichtet. Hierzu bereite ich Beiträge vor, die auf die Überarbeitungsfunktionen sowohl bei Word als auch im PDF näher eingehen. Um diese Funktionen besser verstehen zu können, soll zunächst der Kontext umrissen werden, innerhalb dessen sie eingesetzt werden. Im Idealfall erhält der Lektor einen zu bearbeitenden Text seines Arbeitsbereichs mit Vorgaben des Auftraggebers, z. B. ein Wording oder Formatierungsvorgaben in einem Styleguide. Der Lektor stellt die Qualität des Textes anhand von Stichworten fest und macht ggf. das Angebot, unverständliche Stellen um- oder neu zu schreiben; dies kann auch zusätzliche Recherchen beinhalten. Danach folgt die Einigung auf das Timing und die Leistungsvergütung. Die eigentliche Arbeit kann beginnen: Prüfung Wort für Wort, Satz für Satz, Kontext, Rechtschreibung. Meist werden eindeutige Fehler kommentarlos beseitigt oder markiert, Stilverbesserungen, Empfehlungen und Verständnisfragen als Kommentar eingefügt. Im Septemberbeitrag werde ich über die Überarbeitungsmöglichkeiten ausführlicher schreiben.

Lektorat Oliver Krull

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Sommer 2016!

August 2016. Ich wünsche allen meinen Leserinnen und Lesern, Kunden und Kundinnen sonnige Sommertage!

Mein Büro ist in der letzten Augustwoche vertretungsweise besetzt. Meinen nächsten Fachbeitrag können Sie wieder im September lesen.

Lektorat Oliver Krull

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Fugen-s (Teil II)

Juli 2016. Es gibt einige Indikatoren, bei denen man von der Verwendung des Fugen-s ausgehen kann. Zum einen sind es bestimmte Wörter, die sich am besten mit einem Fugen-s erweitern lassen, zum Beispiel Bahnhof (à Bahnhofsbuchhandlung, Bahnhofsmission etc.), dagegen: Bahnsteig (à Bahnsteigkante). Zum anderen verlangen in der Regel Nachsilben bei Wortneubildungen das Fugen-s, das sind ‑heit, ‑keit, ‑schaft, ‑tum, ‑ling, ‑ion u. a.: Einheitsbestreben, Nachhaltigkeitsfaktor, Wirtschaftsunternehmen, Eigentumsverhältnisse, Erstlingswerk, Kooperationspartner. Oder Infinitive werden als Erstglieder genutzt: lesenswert, Waschenszeit, Lebenserfahrung usw. Im nächsten Monat werde ich typische Wortgruppen besprechen, die in der Regel ohne Fugen-s stehen.

Lektorat Oliver Krull

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Fugen-s (Teil I)

Juni 2016. Schwierigkeiten beim Erlernen der deutschen Sprache bereitet unter anderem die Deklination, die Veränderung von Substantiven infolge verschiedener Fälle, zum Beispiel der Schaden im Nominativ, des Schadens im Genitiv, die Schäden im Nominativ Plural. Verwirrend ist obendrein, dass sich in Texten sowohl Schadenersatz als auch Schadensersatz findet. Ist eines falsch? – Nein, beide Formen haben ihre Berechtigungen. Dies erklärt sich so: Für die Bildung von Komposita bestehen eine Reihe von Bildungsregeln, die ich in den Folgemonaten nach und nach besprechen werde. Abgesehen von diesen Regeln haben sich zudem Konventionen ausgebildet. In unserem Beispiel heißt es nach der Bildungsregel, dass substantivierte Infinitive (hier: das Schaden) als Erstglied ein Fugen-s erhalten, also Schadensersatz, wie auch Schlafenszeit. In deutschen Gesetzen steht sowohl Schadenersatz als auch Schadensersatz; in anderen Fällen haben Behörden das Fugen-s getilgt wie in Komposita mit -steuer: Einkommensteuer, Vermögensteuer etc. Auch hier sind die Formen mit Fugen-s möglich und üblich; mit oder ohne Fugen-s sollte innerhalb eines Textes / einer Publikation jedoch einheitlich verwendet werden.

Lektorat Oliver Krull