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Zeitformen, Plusquamperfekt
Veranstaltungshinweis

01.09.2019 In meinem März- und Aprilbeitrag ging es bereits um Zeitformen und Zeitenfolgen. Es stehen noch aus das Plusquamperfekt und Futur II. Beide können als Zeitformen angesehen werden, die eine Zeitenfolge ausdrücken, also ähnlich wie das Perfekt abhängig sind vom Kontext. Beim Plusquamperfekt, das auch mit „mehr als Perfekt“ übersetzt werden kann, wird zum Ausdruck gebracht, dass ein Ereignis vor einem anderen liegt. Nehmen wir zwei Ereignisse: 1) Der Verkehrsminister erhielt eine Studie zur zunehmenden Verkehrsdichte durch E-Roller. 2) Der Verkehrsminister sah keinen Handlungsbedarf. Die Ereignisse können in einem Satz zusammengeführt werden: Obwohl der Verkehrsminister eine Studie zur zunehmenden Verkehrsdichte durch E-Roller erhalten hatte, sah er keinen Handlungsbedarf. Die Form „erhalten hatte“ steht im Plusquamperfekt und zeigt deutlich die Reihenfolge, nämlich zuerst den Erhalt der Studie dann dennoch die Uneinsichtigkeit zum Handeln. Selbstverständlich könnte man auch schreiben „Der Verkehrsminister erhielt eine Studie zur zunehmenden Verkehrsdichte durch E-Roller, sah aber er keinen Handlungsbedarf.“ Durch die Konjunktion „obwohl“ und das Plusquamperfekt wird indes betont, dass der Minister vor seiner Entscheidung zum Nichthandeln Zeit hatte, sich mit der Studie auseinanderzusetzen und somit seine Reaktion unverständlicher ist, als wenn Erhalt der Studie und seine Entscheidung durch Verwendung des Präteritums (erhielt – sah) zeitlich zusammenfallen. Das Plusquamperfekt wird gebildet sowohl mit den Formen von hatte plus Partizip Perfekt (hatte erhalten) als auch mit den Formen von war plus Partizip Perfekt (war gekommen).
In einem späteren Beitrag werde ich auf das Futur II eingehen und zum Konjunktiv überleiten.

Veranstaltungshinweis: Vom 13. bis 15. September finden die Lektorentage wiederum in Berlin statt. Mit meiner Kollegin Silke Leibner biete ich am 14.09.2019 den beliebten Workshop Textwerkstatt – Erfahrungsaustausch unter Profis diesmal unter dem Titel Wie lektorieren wir? Feedback – Vergleiche – Impulse an, siehe die Informationen des Verbandes der Freien Lektorinnen und Lektoren und vgl. meinen Hinweis dazu aus dem vorigen Monat.

Lektorat Oliver Krull

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Termine im August 2019

  • Wegen einer Veranstaltung bleibt mein Büro vom 1. bis 5. August geschlossen. Am Dienstag, dem 6. August, bin ich wieder für Sie da.
  • Workshop Textarbeit – am 24. August 2019 in der Lettrétage, Mehringdamm 61, 10961 Berlin
    Zusammen mit meiner Kollegin Silke Leibner veranstalte ich die Reihe „Textwerkstatt“. Sie richtet sich an Mitglieder des Verbandes der Freien Lektorinnen und Lektoren, des Verbandes der deutschsprachigen Übersetzer, des Verbandes der Selfpublisher, der Illustratoren Organisation, des Texterverbandes und der Jungen Verlagsmenschen.
    Wie lektorieren andere Profis einen Text? Was sehen sie, wo greifen sie ein, welche Schwerpunkte setzen sie? Wie gehen sie an einen Auftrag heran? In der Textwerkstatt geht es genau um solche Fragen. Und – das vor allem – um die intensive gemeinsame Arbeit von Profis an unbearbeiteten Texten. Im Zentrum stehen der Erfahrungsaustausch, die Weitergabe von Wissen und die Freude an der professionellen Optimierung von Texten. Von Texten aller Art. Denn in der Textwerkstatt werden Texte aus den verschiedensten Arbeitsbereichen lektoriert, ob Belletristik, Sach- oder Werbetext und neu die Arbeitsgruppen „Leichte Sprache – Einfache Sprache“ und Wissenschaftslektorat.

Lektorat Oliver Krull

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Sommer 2019

01.07.2019. Allen meinen Kundinnen und Kunden, Lesern und Leserinnen wünsche ich erfüllte Sommertage und hinreichend Abkühlung bei jeder neuen Hitzewelle am Arbeitsplatz, zu Hause oder am Urlaubsort! Mein Büro bleibt wegen mehrerer bis Herbst laufender Projekte bis auf eine interne Veranstaltung vom 1. bis 5. August 2019 durchgehend geöffnet; meinen nächsten Fachbeitrag können Sie wieder ab September lesen.

Lektorat Oliver Krull

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„Da werden Sie geholfen“

03.06.2019. Diese Überschrift war der Titel einer Veranstaltung im Mai vom Verband der Freien Lektorinnen und Lektoren in Berlin, den meine Kollegin Gisela Lehmeier und ich gestalteten.

Der grammatikalisch unstimmige Satz war der Aufhänger, mit dem ich auf Spezifika des Lektorats für Werbekunden aufmerksam machte. Auch Werbung soll aufmerksam machen, das heißt, sie soll aufmerksamkeitsstark sein, um für Produkte und Dienstleistungen Kaufwilligkeit auszulösen. Die Lektorin oder der Lektor muss die Branche kennen und ein Gefühl dafür entwickeln, wann er eingreifen soll und besser nicht. Vom Blick guter deutscher Sprache her hätte sie oder er natürlich den Slogan der Telekom-Werbung aus dem Jahr 2000 verbessern können hin zu: Unter der genannten Rufnummer wird Ihnen weitergeholfen werden. Die vermeintliche Verbesserung wäre aber weniger lange im Gedächtnis geblieben als der kurze Satz mit verquerer Grammatik. Und so wird die Lektorin, der Lektor weder Begriffe/Namen mit Binnenmajuskeln wie „iPhone“ oder elliptische Aussagen mit orthografischen Schwächen anfassen wie „Soo! muss Technik“ (Saturn 2011).

Freiheiten der Werbetexterinnen und -texter bedeuten jedoch nicht sogleich Freiheiten fürs Lektorat. Außer in aufmerksamkeitsstarken Claims sind bei weiterführenden Sachinformationen, Imagebroschüren oder anderen unternehmenskommunikativen Publikationen von Institutionen, Nichtregierungsorganisationen etc. höchste Genauigkeit und Richtigkeit der Argumentation und deren sprachlichen Wiedergabe gefragt.

Für den Bereich der Unternehmenskommunikation hat meine Kollegin Gisela Lehmeier am selben Abend über die Aspekte ihrer Arbeit als Texterin berichtet und damit aufschlussreiche redaktionelle Abläufe geschildert. Mit diesen Abläufen im Hinterkopf kann die Lektorin / der Lektor auch hier besser die Intention des Auftragsgebers / der Auftraggeber mitbedenken und die Zielgruppe im Blick behalten.

Lektorat Oliver Krull

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Veranstaltungen im Mai 2019

01.05.2019. Im Mai veranstalten meine Kolleginnen und ich im Rahmen der Regionalgruppe des Verbandes der Freien Lektorinnen und Lektoren:

  • „Da werden Sie geholfen“ – ein Themenabend am 15. Mai 2019 im Meeet, Konstanzer Straße 15 A, 10707 Berlin
    Unternehmenskommunikation und Werbung – Gisela Lehmeier und Oliver Krull sprechen darüber, wie sich Lektoren und Texter zwischen Satzungetümen und wagemutigen Sprachschöpfern zurechtfinden. Wir werden an diesem Abend einen kurzen Überblick über die Bereiche der Unternehmenskommunikation und Werbung geben und über unsere Erfahrungen berichten. Ausgewählte Texte der Unternehmenskommunikation und Werbung sollen bearbeitet und besprochen werden.
  • Workshop Textarbeit – am 18. Mai 2019 in der Lettrétage, Mehringdamm 61, 10961 Berlin
    Zusammen mit meiner Kollegin Silke Leibner veranstalte ich die Reihe „Textwerkstatt“. Sie richtet sich an Mitglieder des Verbandes der Freien Lektorinnen und Lektoren, des Verbandes der deutschsprachigen Übersetzer, des Verbandes der Selfpublisher, der Illustratoren Organisation, des Texterverbandes und der Jungen Verlagsmenschen.
    Wie lektorieren andere Profis einen Text? Was sehen sie, wo greifen sie ein, welche Schwerpunkte setzen sie? Wie gehen sie an einen Auftrag heran? In der Textwerkstatt geht es genau um solche Fragen. Und – das vor allem – um die intensive gemeinsame Arbeit von Profis an unbearbeiteten Texten. Im Zentrum stehen der Erfahrungsaustausch, die Weitergabe von Wissen und die Freude an der professionellen Optimierung von Texten. Von Texten aller Art. Denn in der Textwerkstatt werden Texte aus den verschiedensten Arbeitsbereichen lektoriert, ob Belletristik, Sach- oder Werbetext und neu die Arbeitsgruppe „Leichte Sprache – Einfache Sprache“.

Ich freue mich auf einen inspirierenden Austausch und werde über die Veranstaltung am 15. Mai in meinem Blog ab 3. Juni berichten.

Lektorat Oliver Krull

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Zeitformen, Fortsetzung

01.04.2019 Im Märzbeitrag habe ich Präsens, Imperfekt und Futur voneinander abgegrenzt. Und im voranstehenden Satz benutze ich die Zeitform, um die es heute gehen soll: Perfekt –> ich habe abgegrenzt. Das Perfekt wird mit haben oder sein gebildet, zum Beispiel: Sie hat die Texte verfasst und ist dafür gelobt worden. Warum ist der erste Satz dieses Beitrags im Perfekt angemessen, oder könnte er auch im Präteritum stehen (Im Märzbeitrag … grenzte ich ab.)? Abgesehen vom hauptsächlichen regionalen Unterschied, dass im südlichen deutschen Sprachraum das Perfekt als Ersatz für das Präteritum verwendet wird, wird nach hochsprachlicher Auffassung das Perfekt dann eingesetzt, wenn ein Ereignis der Vergangenheit Auswirkungen auf die Gegenwart hat. In meinem oben stehenden ersten Satz will ich damit andeuten, dass die Beschäftigung mit den drei Zeitformen Präsens, Imperfekt und Futur im März nicht die ganze Miete der Zeitformen bedeutet und heute fortgesetzt wird. Benutzte ich dagegen „grenzte ich ab“, hieße das, die Darstellung sei abgeschlossen und nicht auf Fortsetzung angelegt. Noch eingängiger wird dieser Unterschied, die Auswirkung auf die Gegenwart vor allem dann, wenn nachfühlbare, physische oder folgenreiche Vorgänge beschrieben werden wie: Es hat schon seit zwei Tagen geregnet, und nun ist Wasser im Kellerraum. Er hat sich nie mit dieser Sprache beschäftigt und wundert sich jetzt, dass er kein Wort versteht.

In meinem Beitrag für September werde ich die Tempusform Plusquamperfekt erläutern.

Lektorat Oliver Krull

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Zeitformen

01.03.2019 In der Alltagssprache und besonders bei kurzen Mitteilungen ist schon immer eine Vernachlässigung der Zeitenbildung beim Verb zu beobachten gewesen. Man sagt, die Norddeutschen neigen zum Imperfekt, die Süddeutschen zum Perfekt. Bei Unklarheiten werden dann zur Markierung der genaueren zeitlichen Einordnung oft Adverbien oder adverbiale Bestimmungen eingesetzt: heute, schon gestern, das heißt morgen usw. Gleichwohl haben die meisten Menschen ein recht gutes Zeitgefühl. Und das Deutsche bietet alle Möglichkeiten, Ereignisse auf der entsprechenden Zeitstufe mit einer Verbform auszudrücken, ohne hinterher, in einer Ergänzung oder in einem Nebensatz, die zeitliche Einordnung erklären zu müssen. Fangen wir mit den drei Zeitstufen an, die die Dauer einer Handlung bezeichnen: 1) Präsens (Gegenwart), Beispiel: Sie arbeitet als Redakteurin. 2) Imperfekt (Vergangenheit), Beispiel: 2005 arbeitete sie noch als Referentin im Bundestag. 3) Futur (Zukunft), Beispiel: Nächsten Monat wird sie in der Chefredaktion arbeiten.

An welche Stelle das Perfekt tritt und wie Beziehungen der Zeitstufen untereinander wiedergegeben werden können, werde ich in meinen kommenden Blogbeiträgen ausführen.

Lektorat Oliver Krull

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Textwerkstatt – Erfahrungsaustausch unter Profis

01.02.2019. Zusammen mit meiner Kollegin Silke Leibner veranstalte ich am 2. März 2019 auf der Lettrétage die Reihe „Textwerkstatt“. Sie richtet sich an Mitglieder des Verbandes der Freien Lektorinnen und Lektoren, des Verbandes der deutschsprachigen Übersetzer, des Verbandes der Selfpublisher, der Illustratoren Organisation, des Texterverbandes und der Jungen Verlagsmenschen.

Wie lektorieren andere Profis einen Text? Was sehen sie, wo greifen sie ein, welche Schwerpunkte setzen sie? Wie gehen sie an einen Auftrag heran? In der Textwerkstatt geht es genau um solche Fragen. Und – das vor allem – um die intensive gemeinsame Arbeit von Profis an unbearbeiteten Texten. Im Zentrum stehen der Erfahrungsaustausch, die Weitergabe von Wissen und die Freude an der professionellen Optimierung von Texten. Von Texten aller Art. Denn in der Textwerkstatt werden Texte aus den verschiedensten Arbeitsbereichen lektoriert, ob Belletristik, Sach- oder Werbetext.

Lektorat Oliver Krull

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Frohe Weihnachten und ein glückliches neues Jahr!

21. Dezember 2018. Allen meinen Leserinnen und Lesern, Kunden und Kundinnen wünsche ich einen erfolgreichen Jahresabschluss und fröhliche Feiertage!

Für Anfragen stehe ich Ihnen auch zwischen den Jahren zur Verfügung. Meinen nächsten Fachbeitrag können Sie wieder Ende Januar lesen.

Lektorat Oliver Krull

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Dort meine Familie

01.12.2018. Schon mehrfach habe ich darüber berichtet, dass und welche idiomatischen Besonderheiten zwischen den Sprachen bestehen können. Sprachen, die nicht zu derselben Sprachfamilie gehören, können sich besonders unterscheiden. Was bei der einen Sprache als schlechter Stil gilt, kann bei der anderen Sprache die Regel sein. So hat der Nominalstil im Deutschen, die Aneinanderreihung von Substantiven mit meist nur einem Prädikat, keinen guten Ruf. Im Arabischen zum Beispiel wird ein großer Teil der Kommunikation durch Nominalsätze bestritten; in ihnen kommt überhaupt kein Prädikat, kein Verb vor. Der Araber sagt „Ich Ahmed“ oder „Sie Verkäuferin“. Dies ist korrekte arabische Syntax, und Araberinnen und Araber, die noch die Deutsche Sprache lernen, sollten bei Aussagen wie „Dort meine Familie“ nicht gleich für dumm gehalten werden.