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Recherche (Teil 3)

Juli 2017. Die im Mai und Juni beschriebenen Recherchen verlaufen oft nicht eingleisig. Wenn es darum geht, einen weniger bekannten Namen oder Sachverhalt durch eine zweite Quelle zu bestätigen, wird man entweder eine andere Publikation suchen oder ein anderes Medium heranziehen müssen. Benötigt ein Text mehr Inhalt, um beispielsweise ein Thema plastischer werden zu lassen oder überhaupt verifizieren zu können, kommt man um die weitergehende Recherche nicht herum. Das Internet scheint unerschöpflich; doch mit herkömmlichen Suchmaschinen bewegt man sich überwiegend auf der Oberfläche des öffentlich zugänglichen Datenstroms. An die Datenbanken von Firmen, Behörden und Institutionen kommt man nicht ohne Weiteres heran. Hierzu ist ein berechtigter Zugang, z. B. ein Account nötig. Überaus ergiebig sind Archive von Zeitungen, die schon seit Jahrzehnten bestehen und ihren Bestand mit der Zeit digitalisiert haben. Der Zugang ist fast immer kostenpflichtig; doch wenn man per se mit gutem Journalismus versorgt sein will, lohnt sich ein Account. Über intelligente Suchmasken, die nach Begriffen innerhalb eines vorgegebenen Zeitrahmens filtern, kann Erstaunliches hervorgeholt werden. Zum Beispiel konnte ich für ein Buchkapitel über Lift-Surfing mittels einer Recherche im Online-Archiv der New York Times belegen, dass diese Mutprobe zwischen 1984 und 1991 für vierzehn Jugendliche in New York fatal endete.

Lektorat Oliver Krull

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