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Warum Grammatik?

16.01.2026. Liebe Leserin, lieber Leser, ich hoffe, Sie sind gut ins neue Jahr gestartet und freuen sich auf Ihre anstehenden oder Ihre bereits begonnenen Projekte.

Aus dem vergangenen Jahr herübergebracht haben einige von Ihnen die Auflösung meines Rätsels im Blogbeitrag Urlaub und Leserbrief vom 26.11.2025. Unter den Einsenderinnen und Einsendern ist auch Jakob, der uns den wunderbaren Bandwurmsatz mit Analyse zur Verfügung gestellt hat. Alle haben richtig geraten: Das Prädikat des Hauptsatzes lautet „wächst“. „bemüht ist“ dagegen steht als Prädikat des mit „während“ beginnenden temporalen Nebensatzes.

Ein Leser möchte wissen, wofür Texter:innen derart grammatikalische Kenntnisse zur Bestimmung von Satzelementen benötigen.

Generell kann ich sagen, dass ich mich um so freier in einer Sprache bewege, je besser ich über deren Strukturen Bescheid weiß. Wer Satzelemente sicher bestimmen kann, gewinnt Distanz zum eigenen Schreiben: Man sieht, was man tut, nicht nur, dass man es tut. Zweitens schafft grammatikalische Klarheit Verantwortung – denn wer Haupt- und Nebensätze, Prädikate und Bezüge erkennt, entscheidet bewusster, wie fokussiert, verschleiert oder pointiert wird. Grammatik muss also kein Korsett sein, sondern schafft Raum für Kreativität, weil man um die Mittel weiß, mit denen man die gewünschte Zielgruppe erreicht.

Man muss nicht alles können: Gern unterstütze ich Sie bei der Umsetzung Ihrer Textideen.

Lektorat Oliver Krull